Unsere Förderschwerpunkte

Hier finden Sie einen Überblick über die Förderschwerpunkte des Sozialwerks der Ackermann-Gemeinde und eine prozentuale Verteilung der Ausgaben auf die einzelnen Bereiche der Hilfen, die wir leisten:

Bildungsarbeit

Union Christlicher Pädagogen: Kurs „Praktische Einführung in die Methoden der Philosophie“

 

Die schulische und außerschulische Bildungsarbeit genießt unsere besondere Unterstützung. Für diese aber wird nicht nur materielle, sondern auch personelle und ideelle Hilfe gewünscht und geleistet. Dazu gehört die Förderung von schulischen Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, Akademien und Bildungswerken mit ihren jeweiligen Bildungsmaßnahmen.

Begegnungen

Alljährliche deutsch-tschechische Kinderfreizeit "Plasto Fantasto" des Jugendbildungsreferats der Ackermann-Gemeinde

Von nicht geringerer Bedeutung sind Begegnungen und Gespräche. Sie bilden ein wichtiges Element in der Versöhnungs- und Verständigungsarbeit und bedürfen unserer besonderen Unterstützung.

Begegnungen zwischen (Sudeten-)Deutschen und Tschechen, zwischen Tschechen und in der ČR verbliebenen Bürgern deutscher Nationalität, Begegnungen von deutschen, tschechischen und slowakischen Jugendlichen sowohl in der Tschechischen Republik als auch in der Bundesrepublik Deutschland, wie z.B. die Kinderfreizeit "Plasto Fantasto" des Öffnet externen Link in neuem FensterJugendbildungsreferats der Ackermann-Gemeinde oder die Veranstaltungen und Begegnungen der Öffnet externen Link in neuem FensterJungen Aktion der Ackermann-Gemeinde sind vertrauensbildende Maßnahmen. Sie fördern das Interesse und vor allem Verständnis füreinander und tragen so zu einem schneller zusammenwachsenden Europa bei.

Auch Begegnungen der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik sind von besonderer Bedeutung. Diese Bevölkerungsgruppe war Jahrzehnte langen Benachteiligungen und Diskriminierungen ausgesetzt. Nun ist es wichtig, sie spüren zu lassen, dass sie nicht vergessen sind. Wir tun dies, indem wir ihre kulturelle Identität fördern, Freunde unserer Gemeinschaft zu Begegnungen mit ihnen entsenden und so unsere Verbundenheit und Solidarität mit ihnen zum Ausdruck bringen.

Hier verweisen wir insbesondere auf unseren 1999 gegründeten "Schwesterverband" in der Tschechischen Republik, die Öffnet externen Link in neuem FensterSdružení Ackermann-Gemeinde, Sitz Prag, und ihre Veranstaltungen und Begegnungen.

Pastoralarbeit

Dominikanerinnen aus der Tschechischen und Slowakischen Republik, aus Ungarn, Litauen, Kroatien und den USA beim Seminar „Dominikanische Spiritualität“ in Nitra/Neutra (Slowakei)

 

Jahrzehnte hindurch war es in unseren östlichen Nachbarländern nicht möglich, “Kirche zu leben”. Sie wurde beschränkt, unterdrückt, ja rigoros verfolgt.

Mit der Wende 1989 hat die Kirche ihre Freiheit erhalten. Jetzt gilt es, den Aufbau notwendiger Strukturen und die Entwicklung zeitgerechter Konzepte zu unterstützen.

In dieser Situation ist Hilfe zur Selbsthilfe dringend geboten.

 

 

Literaturhilfen

Das liturgische Jahr - Geschichtliche Entwicklung und aktuelle Praxis (Buchtitel)

 

Sinn und Zweck der Literaturhilfen des Sozialwerks ist vorrangig, die Herausgabe religiöser, theologischer und der Versöhnung von Deutschen und Tschechen dienender Publikationen zu fördern.

Soweit es uns möglich ist und unserem Satzungszweck entspricht, geben wir Druckkostenzuschüsse, damit die entsprechenden Bücher z.B. ins Tschechische übersetzt und zu einem für die Interessenten in Tschechien und der Slowakei erschwinglichen Preis angeboten werden können.

So konnte das Sozialwerk u.a. auch die Herausgabe bedeutender Werke von Karl Rahner und Romano Guardini sowie religiöser Einführungswerke für Laien unterstützen.

Auf- und Ausbau von Schulen und Kindergärten

Msgr. V. Vyhlídka segnet 1997 die erste tschechisch-deutsche Grundschule Tschechiens in Tábor.

Ein besonderes Anliegen ist es dem Sozialwerk der Ackermann-Gemeinde e.V., den Auf- und Ausbau von Schulen und schulischen Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft zu fördern.

Die Schulen in kirchlicher Trägerschaft sind in den postkommunistischen Staaten wie der Tschechischen und der Slowakischen Republik wichtige Einrichtungen. Sie finden lebhaftes Interesse und genießen erfreuliche Akzeptanz in der Bevölkerung. Angesichts des Werteverfalls während der atheistischen Indoktrination der vergangenen Jahrzehnte verdienen sie jede nur mögliche Unterstützung.

Bei Schulen geht es in der Regel darum, die dringend benötigten Räumlichkeiten wie Klassenzimmer, Schulküchen, Turnhallen, Hauskapellen u.a. zu schaffen bzw. zu renovieren. Vielfach waren in schulischen Gebäuden während des kommunistischen Regimes militärische Einheiten untergebracht. Die Bauten wurden dabei völlig devastiert und müssen erst wieder instandgesetzt werden.

Sprachkurse

Nach Abschluss des Deutschkurses freuen sich die Lehrerinnen Maria Pristl und Teresa Pavlíčková (vorne) sowie der Diözesanvorsitzende der Ackermann-Gemeinde in Bamberg, Horst Schleß (re.), über die Zeugnisse der tschechischen Priester und Theologiestudenten

Seit mehr als zwanzig Jahren fördern wir - auch mit Unterstützung durch das Hilfswerk Renovabis, die Erzdiözese Bamberg, die Diözese Eichstätt und neuerdings auch die Bayerische Bischofskonferenz - Deutsch-Intensivsprachkurse für Priester, Seminaristen und Theologiestudenten aus der Tschechischen und der Slowakischen Republik. Das Interesse an diesen Kursen ist ungebrochen. Dass die jeweiligen tschechischen und slowakischen Diözesanbischöfe uns alljährlich von ihnen ausgewählte Kandidaten für die Teilnahme an diesen Deutschkursen empfehlen, belegt die Bedeutung dieser Bildungsmaßnahme.

Es gibt für die Interessenten an diesen Sprachkursen viele Gründe, die deutsche Sprache zu erlernen:

•  Verstärkt kommen nun Heimatvertriebene - vielfach mit ihren Kindern und Enkeln - zu Besuch in ihre alte Heimat und suchen in Pfarrgemeinden nach Ansprechpartnern, fragen nach deutschsprachigen Gottesdiensten oder Begegnungsmöglichkeiten. Hier darf die Rolle des Seelsorgers nicht unterschätzt werden. Eine Pastoral in deutscher Sprache wird gerade von diesen Besuchern als Zeichen der Verständigung und Versöhnung gesehen.

•  Unverändert sind Theologiestudenten und Priester bestrebt, deutsche theologische Literatur lesen und verstehen zu können, kann man doch in den Ländern des ehemaligen Ostblocks noch keineswegs von einer ausreichenden bzw. befriedigenden Versorgung mit fundierter theologischer (deutscher) Fachliteratur sprechen.

•  Insbesondere der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik ist sehr an einer seelsorglichen Betreuung in ihrer Muttersprache gelegen.

•  Hohe Bedeutung und großen Informationswert messen die Teilnehmer den Erfahrungen zu, die sie während ihres Aufenthaltes in Deutschland im soziokulturellen Bereich sammeln können. Von Vorteil sind in diesem Zusammenhang die Aufenthalte bei und Gespräche mit den Gastfamilien.

Der Erfolg dieser Kurse ist unbestritten. Die Teilnehmer können sich nach nur vier Wochen bereits gut verständigen, kehren mit wertvollen Erfahrungen in ihre Heimat zurück und pflegen die freundschaftlichen Kontakte, die sie knüpfen konnten, gerne weiter. Vielfach übernehmen sie dann später in Deutschland auch Urlaubsvertretungen.

Wiederbelebung zerstörter Kulturlandschaft

Altes deutsches Grabkreuz auf dem Friedhof von Krönau/Křenov (ČR). Foto: W. Strik 1999

Die Wiederbelebung zerstörter Kulturlandschaft ist uns ein besonderes Anliegen. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und der Etablierung des kommunistisch-atheistischen Regimes waren vor allem Kirchen, Friedhöfe und kirchliche Einrichtungen dem Verfall preisgegeben. Unser Bemühen ist es, mitzuhelfen, die zerstörte Kulturlandschaft wieder aufzubauen.

Für die Verwirklichung solcher Vorhaben bietet das Sozialwerk - soweit das Projekt der Satzung des Sozialwerks entspricht - die Einrichtung eines Opens external link in new windowProjektkontos mit konkreter Zweckbestimmung an.

Auch für die Verständigung und Versöhnung von (Sudeten-)Deutschen und Tschechen sind Hilfsprojekte dieser Art eine wertvolle Bereicherung. Anlässlich von Wiedereinweihungen bzw. Segnungen restaurierter Kirchen, die wieder ihrer Bestimmung übergeben werden können, bei Glockenweihen usw. bieten sich willkommene Gelegenheiten, miteinander zu reden, zu feiern sowie Partnerschaften zu initiieren und zu pflegen.

Deutsche in der Tschechischen Republik

Für die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Tschechoslowakei verbliebenen Deutschen ist unverändert eine schwierige Situation gegeben. Sie waren Jahrzehnte lang Benachteiligungen ausgesetzt und hatten unter Repressalien besonders zu leiden. Für sie war Bildung und berufliche Qualifikation nur eingeschränkt möglich. Krieg, Zwangsarbeit, Unterdrückung und Diskriminierung gingen für sie nahtlos ineinander über. Entsprechend niedrig sind heute ihre Renten.

Aus Mitteln der Bundesregierung können wir derzeit ca. 700 bedürftigen Angehörigen der deutschen Minderheit in Tschechien eine einmal jährliche finanzielle Unterstützung in Höhe von 50 EUR pro Person (alleinstehend) bzw. pro Ehepaar übersenden. Die Empfänger dieser Hilfen sehen darin nicht nur eine finanzielle, sondern v.a. eine ideelle, humanitäre Geste, ein Signal, von der Bundesregierung und von ihren Landsleuten in Deutschland nicht vergessen zu sein.

Welche Projekte (Veranstaltungen, Begegnungen, Publikationen u.v.a.m.) wir derzeit fördern, erfahren Sie unter "Aktuelles/Projektförderungen" http://www.sozialwerk-ag.de/index.php?id=347&L=0!